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Ferdinand Tönnies
Buch
Buch
Fachbuch
1991

Ferdinand Tönnies

Soziologie als skeptische Aufklärung zwischen Historismus und Rationalismus

ISBN
EAN
978-3-531-12110-9
9783531121109
Artikel-Nr.
43W9V75
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Inhaltsverzeichnis
1. Fragestellungen und Probleme.- 2. Der Gang der Argumentation. Orientierendes Resümee und Resultate.- 3. Die Ausgangslage.- Erster Teil Die Entwicklung: Tönnies’ Gedankenbewegung zur Soziologie.- I. Einleitende Betrachtungen.- 1. Entwicklungsrhythmen von Leben und Werk.- 2. Tönnies als Repräsentant für den Entstehungsprozeß der Soziologie.- 3. Lebensgeschichtliche und politische Rahmenbedingungen.- 4. Zur Chronologie der Entstehung von »Gemeinschaft und Gesellschaft«.- II. Entstehungsprozeß von »Gemeinschaft und Gesellschaft«.- 1. Erster Impuls: Die Hobbes’-Studien.- 2. Zweiter Impuls: Objektivierung von Ethik, Recht und Moral zum Gegenstand der Wissenschaft.- 3. Rezeption der zeitgenössischen Literatur als Voraussetzung der »Habilitationsschrift«.- 4. Das Problem von Begriff und Geschichte.- 5. Willenstheorie als Gedankenzentrum.- 6. Zwei Schlüsselsituationen in der Entstehung von »Gemeinschaft und Gesellschaft«.- 6.1 Die Kritik an Ihering.- 6.2 Die »Habilitationsschrift« mit ihrer Tendenz zu einer historischen Anthropologie.- 7. Abschluß und gültige Gestalt des Jugendwerkes.- III. Philosophische Voraussetzungen und Ziele.- 1. »Wissenschaftliche Philosophie« unter Rückgriff auf das 17. Jahrhundert.- 2. Schopenhauers Einfluß.- 2.1 Pessimismus nach 1848.- 2.2 Empirische Umdeutung des Willensbegriffs.- Zweiter Teil Der systematische Zusammenhang von Tönnies’ philosophischen Positionen: theoretische und praktische Konsequenzen.- I. Die Historismus-Rationalismus-Problematik bei Tönnies.- 1. Tönnies’ Programm einer Synthese.- 2. Aufklärungsrezeption.- 3. Tönnies’ Szientismus, orientiert an Hobbes.- 4. Die inneren Widersprüche in Tönnies’ positivistischem Programm.- 5. Schicksal des Aufklärungsdenkens im Deutschland des späten 19. Jahrhunderts unter dem Aspekt von Tönnies’ geistesgeschichtlicher Stellung.- II. Die Kontroverse mit Rickert. Programmatische Gegensätze und verschwiegene Gemeinsamkeiten.- 1. Die Problemlage.- 2. Tönnies und Max Weber in ihrem unterschiedlichen Verhältnis zu Rickert.- 3. »Transzendental«-Philosophie der Kultur und soziologischer Positivismus bei Tönnies: Ein modellhafter Vorgriff auf die späteren »Vermittlungen« zwischen deutscher und amerikanischer Soziologie.- 4. Die Standpunkte in der Kontroverse: Gegensätzliche philosophische Zielsetzungen.- 4.1 Rickerts logische Theorie des Wissenschaftsdualismus.- 4.1.1 Die transzendentallogische Perspektive.- 4.1.2 Rickerts Zurückweisung der kritischen Einwände gegen seine Prinzipien der individualisierenden historischen Begriffsbildung.- 4.2 Tönnies’ Kritik.- 4.3 Fazit der Auseinandersetzung.- 5. Analogien und Korrespondenzen zwischen Tönnies und Rickert: Unbeabsichtigte Gemeinsamkeiten.- 5.1 Analoges Verhältnis zwischen den soziologischen Grundbegriffen »Gemeinschaft« und »Gesellschaft« und Rickerts Dualismus von individualisierender kulturwissenschaftlicher und generalisierender naturwissenschaftlicher Begriffsbildung.- 5.2 Entsprechungen zwischen Rickerts Kulturwerten und Tönnies’ »sozialen Wesenheiten«.- 6. Gründe für die Aufrechterhaltung des Selbstwiderspruchs von Tönnies.- 6.1 Wissenschaftspolitische Gesichtspunkte, die in der Zeitsituation lagen.- 6.2 Szientismus als wissenschaftiche Legitimation der Sozialethik. Berührungen mit der neukantischen Sozialethik.- 6.3 Tönnies’ sozialethische Grundsätze im Vergleich mit Max Weber.- 6.4. Wissenschaft als Voraussetzung für die sozialkritische Freisetzung der im Wesenwillen inkorporierten Vernunft. Das »gemeinschaftliche Naturrecht« als kritische Instanz.- III. Der Widerspruch zwischen Wissenschaftstheorie und wissenschaftlicher Praxis in Tönnies’ soziologischer Geschichtsbetrachtung.- 1. Wissenschaftstheoretische Grundbestimmungen.- 2. Tönnies’ Studien zu Grundstrukturen der europäischen Geschichte vom Mittelalter zur Neuzeit.- 2.1 Prozeß der Individualisierung.- 2.2 Das Paradigma der Generationenfolge und der Entgegensetzung von männlichem und weiblichem Prinzip.- 3. Kritik der Gegenwart: Zwischen geschichtsphilosophischem Pessimismus und sozialethischem Reformismus.- 4. Geschichtsphilosophische Prognosen: Menschheitsreligion.- 5. Wissenschaftsgeschichte.- 6. Das Verhältnis von Wissenschaftstheorie und Forschungspraxis in Tönnies’ »angewandter Soziologie«.- IV. Tönnies’ Kritik des Sozialdarwinismus in der Auseinandersetzung mit der Krupp-Preisfrage von 1900.- 1. Theorie als Hintergrund des praktischen Engagements bei Tönnies.- 2. Die Zeitsituation.- 3. Die Preisfrage und die Argumentation des Preisträgers Schallmayer. Konfrontation mit Tönnies’ intellektueller Grundhaltung.- 4. Tönnies’ positive Beziehungen zur Preisfrage. Sein Interesse an eugenischen Fragen.- 5. Das Zusammenwirken der theoretischen Komponenten in der Abwehr sozialdarwinistisch zugespitzter Gedankengänge.- 5.1 Begriffslogische und kulturtheoretische Argumente zur Undefinierbarkeit des eugenischen Ziels. Intelligenz versus »generative Gesundheit«.- 5.2 Kritik des Organizismus: Kulturen sind keine Organismen. Gegen die sozialdarwinistische Deutung von Kulturen.- 5.3 Degeneration contra Fortschritt durch Evolution. Kritik der Evolutionsannahmen des Sozialdarwinismus bei grundsätzlichen Sympathien für den Evolutionismus.- 5.4 Kritik der Evolutionstheorien des Rechts. Zweckrationalität im Interessenkampf und beim Anpassungsverhalten ist nicht der einzige Kausalfaktor.- 6. Tönnies und Schallmayer: Kritische Destruktion und bedingte Zustimmung bei kategorialer philosophisch-moralischer Differenz.- 7. Bezüge zur politischen Rolle des Sozialdarwinismus.- 8. Tönnies’ Demonstration für die Sache der Wertfreiheit bei Gründung der Sektion für Sozialbiologie der DGS.- 9. Fazit: Tönnies’ Gegenposition in ihren weiteren politischen Bezügen.- V. Tönnies’ publizistische und wissenschaftliche Teilnahme am Streik der Hafenarbeiter in Hamburg 1896/97.- 1. Theorie und Praxis in Tönnies’ Position: ein resümierender Überblick.- 2. Der biographische Hintergrund: Die Übersiedlung nach Hamburg.- 3. Tönnies’ Verhältnis zur Großstadt.- 4. Tönnies’ literarische Produktion in den Hamburger Jahren. Theoretische und politische Bezüge seiner Kultur- und Wissenschaftskritik.- 5. Politische Zusammenhänge.- 5.1 Tönnies’ politische Orientierung und Kritik in den neunziger Jahren als Voraussetzung für sein Engagement im Hamburger Streik.- 5.2 Tönnies und Max Weber: Praktisch-politische Bündnisse bei wesentlichen theoretischen Differenzen.- 5.3 Tönnies’ politische Haltung im Briefwechsel mit Harald Höffding und mit Friedrich Paulsen.- 6. Tönnies’ Engagement im Hamburger Hafenarbeiterstreik von 1896/97.- 6.1 Biographische Voraussetzungen und Folgen.- 6.2 Darstellungsart und -ziel von Tönnies’ Aufsätzen zum Streik.- 7. Der Verlauf des Streiks.- 8. Spuren des »Gemeinschafts-Gesellschafts«-Theorems in Tönnies’ Einzelanalysen.- 8.1 Aufschlüsse zur Rolle der Macht in Tönnies’ theoretischem Denken.- 8.2 Tönnies’ politische Gesichtspunkte bei der Betrachtung des Streiks.- 8.3 Sozialpolitische Aktivität als Konsequenz der theoretischen Grundlagen.- Dritter Teil Die theoretische Essenz und beherrschende Grundtendenz von Tönnies’ Gedankenbewegung: Seine Theorie der Rationalität.- I. Besondere philosophische Akzente von Tönnies’ soziologischem Denken.- 1. Berührungspunkte der Willenstheorie mit Fragen der philosophischen Anthropologie und einer Theorie der Rationalität (Darin ein Exkurs: Tönnies’ Voluntarismus und die Handlungstheorie — S. 257–258).- 2. Tönnies’ Nähe zu Dilthey als wissenschaftsgeschichtliches Symptom.- II. Tönnies’ Willenstheorie unter anthropologischen und erkenntnistheoretischen Gesichtspunkten.- 1. Ihre beiden Wurzeln in Rechtstheorie und philosophischer Anthropologie.- 2. »Realismus« und Wissenschaftlichkeit durch Psychologie: Berührung mit dem Rechtsrealismus und »Prozessualisierung« der sozialen Wirklichkeit.- 3. Tönnies’ Zugang zum Bereich der Symbole und Zeichen auf konventionalistischem und auf psychologisch-anthropologischem Wege.- 4. Evolutionstheorie als Basis des kulturanthropologischen Denkens von Tönnies. Das Degenerationsproblem. Grenzen zwischen Geist und Natur.- 5. Nähe zur späteren Wissenssoziologie. Auf dem Wege zu einer materialen Erkenntnistheorie.- 6. Tönnies und Schopenhauer.- III. Das Charakteristische an Tönnies’ Betrachtung des Rationalisierungsprozesses: Die Dichotomie der Rationalität.- 1. Tönnies’ Problem: Auf welche Art ist die Ratio außerhalb des zweckrationalen Bereiches tätig?.- 2. Der »Wesenwille« als kritische Instanz gegenüber dem »Kürwillen«.- 3. Der Aufklärungsprozeß als »Verneinung« im auflösenden und im befreienden Sinne. Glücklose Moderne.- 4. Tönnies’ und Spengler: partielle Analogie und kategoriale Differenz. Ein geistesgeschichtlicher Test.- 5. Tönnies und Plessner: Ist gesellschaftliche Distanz auch ein Seelenbedürfnis? Soziologische Aufklärung im späten 19. und im frühen 20. Jahrhundert: Gemeinsamkeiten und Differenzen.- IV. Historischer Gehalt der formalen Begriffe. Ihr kritisches Potential.- V. Tönnies’ Tendenzen zu einer Historischen Anthropologie.- 1. Tönnies’ psychologisch-anthropologischer Blick auf die Geschichte.- 2. Gesichtspunkte für eine Historische Anthropologie.- 2.1 Analyse des gesellschaftlichen Abstraktionsprozesses.- 2.2 Der Mensch der »Gesellschaft« und der Mensch der »Gemeinschaft«.- 3. Tönnies’ Distanz zur Zivilisationskritik des Neukonservativismus der Weimarer Zeit.- Schlußbetrachtung.
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Herausgeber/-in
Publikation
Deutschland
01.01.1991
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Sprache
Deutsch
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Softcover
347 Seiten
23 cm
(Höhe)
15 cm
(Breite)
557 g
(Gewicht)
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