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Kulturgeschichte seelischer Störungen bei Kindern und Jugendlichen
Buch
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Fachbuch
2005

Kulturgeschichte seelischer Störungen bei Kindern und Jugendlichen

ISBN
EAN
978-3-608-94104-3
9783608941043
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PQRVPQ
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Beschreibung
Dies ist weltweit die erste chronologische Darstellung psychischer Störungen bei Kindern und Jugendlichen von der Antike bis in die Gegenwart. Zugleich ist es eine Kulturgeschichte, in der sich die Ängste und Hoffnungen der Gesellschaften in den verschiedenen Epochen widerspiegeln. Die Erkenntnis, daß sich neben den körperlichen auch die seelischen Erkrankungen durch Heilkunst beeinflussen lassen, ist schon früh vorhanden. Erste Versuche einer Klassifikation psychischer Störungen stammen aus dem 2. Jahrtausend v. Chr. Gerhardt Nissen untersucht, wie die Gesellschaften vom Altertum bis heute mit psychisch auffälligen Kindern und Jugendlichen umgegangen sind. Waren die Götter, Dämonen oder Hexen verantwortlich? Oder die Erbsünde? Oder spielten Degeneration oder Onanie eine entscheidende Rolle? Wir erfahren von den Aussetzungen geistig behinderter Neugeborener im Altertum, von der Tötung mit geistlichem Beistand, von sogenannten Wechselbälgen, die aus der Vereinigung mit dem Teufel entstanden sein sollen, von der Einrichtung der ersten Findel-, Waisen- und Rettungshäuser, von den Anfängen einer eigentlichen Psychopathologie und Psychotherapie für Kinder und Jugendliche im 19. Jahrhundert, von der Euthanasie und den neuesten Entwicklungen der Nachkriegszeit. Es kommen frühe Berichterstatter, später Therapeuten, Ärzte und andere heilende Helfer wie Philosophen, Psychologen, Pädagogen zu Wort, und durch ihre Berichte erfahren wir von den betroffenen Kindern und Jugendlichen selbst.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort Einleitung 1. Psyche, Ärzte und Medizin im Altertum 1.1 Einführung 1.2 Naturrecht und Kindesaussetzungen 1.3 Sitz der Seele 2. Dämonenglaube, Exorzismus, Kinderkreuzzüge 5.-15. Jahrhundert 2.1 Einführung 2.2 Dämonenglaube und Exorzismus 2.3 Kinder und Jugendliche als Hexen 2.4 Kinderkreuzzüge und Tanzwut 2.5 Ärzte als Aufklärer 3. Ärzte und Pädagogen als Helfer und Heiler 16.-18. Jahrhundert 3.1 Einführung 3.2 Ärzte als Diagnostiker und Systematiker 3.3 Pädagogen als Theoretiker und Praktiker 3.4 Reformpädagogik als Prävention und Therapie 3.5 Primär hochbegabte Wunderkinder und "Wunderkinder" durch Lerntorturen 4. Psychisch gestörte Kinder in Findel-, Waisen- und Rettungshäusern 16.-19. Jahrhundert 4.1 Einführung 4.2 Säuglinge und Kleinkinder in Findelhäusern 4.3 Kinder und Jugendliche in Waisenhäusern 4.4 Verwahrloste Kinder und Jugendliche in Heimen 4.5 Rettungshäuser für sozialisationsgestörte Kinder und Jugendliche 5. Geistig behinderte Kinder in besonderen Einrichtungen 16.-19. Jahrhundert 5.1 Einführung 5.2 Geistig behinderte Kinder in Asylen und Spitälern 5.3 Das geistig behinderte Wildkind "Victor von Aveyron" 5.4 Geistig behinderte Kinder in physiologisch-therapeutischen Anstalten 5.4.1 Das "Heim für minderbegabte Kinder" in Berlin von Carl Wilhelm Saegert 5.4.2 Der Abendberg,"Heilanstalt für Cretinen und blödsinnige Kinder" in Interlaken 5.4.3 Samuel Gridley Howe errichtete in den USA eine Versuchsschule für schwachbegabte 5.4.4 Die "Anstalt für Schwach- und Blödsinnige" in Leipzig von Karl Ferdinand Kern 5.5 Geistig behinderte Kinder in Erziehungs- und Pflegeanstalten in Deutschland 6. Asyle und Spitäler für seelisch gestörte Kinder und Jugendliche in Europa Mittelalter - 19. Jahrhundert 6.1 Einführung 6.2 Kinder und Jugendliche in Hôtels,Hospices und Kliniken in Frankreich 6.3 Kinder und Jugendliche in Asylums, Lunacies und Kliniken in Großbritannien 6.4 Kinder und Jugendliche in Heil- und Pflegeanstalten und Kliniken in deutschsprachigen Ländern 6.4.1 Irrenanstalten in Deutschland 6.4.2 Statistische Erhebungen in Heil- und Pflegeanstalten deutschsprachiger Länder 6.4.3 Kinder in Heil- und Pflegeanstalten für Erwachsene 6.4.4 Statistiken über die Belegung der Heil- und Pflegeanstalten mit Kindern 6.4.5 Psychisch kranke Kinder in der Familie 6.4.6 Mißstände in der psychiatrischen Krankenversorgung 7. Psychisch kranke Kinder und Jugendliche im 19. Jahrhundert in Deutschland 19. Jahrhundert 7.1 Einführung 7.2 Die besondere Situation in Deutschland 7.3 Entwicklungspsychiatrische Tendenzen 7.4 Ätiopathogenetische Paradigmenwechsel 8. Der Streit der romantischen und somatischen Psychiater 19. Jahrhundert 8.1 Einführung 8.2 Die romantischen Ärzte 8.3 Die Ärzte der somatischen Schule 9. Entwicklungspsychiatrische Kasuistiken 19. Jahrhundert 9.1 Vom Einzelfall zur Diagnose 9.2 Kasuistiken psychisch kranker Kinder und Jugendlicher 9.2.1 Pränatale Existenz, Neugeborene und Säuglinge 9.2.2 Kleinkind- und Vorschulalter 9.2.3 Schulalter 9.2.4 Pubertät 9.2.5 Jugendalter 10. Psychiater, Pädiater, Pädagogen und Psychologen als Wegbereiter 19. Jahrhundert 10.1 Einführung 10.2 Psychiater 10.2.1 Anfänge einer Psychopathologie 10.2.2 Ansätze zu einer einheitlicheren Nomenklatur 10.2.3 Beginn der ätiopathogenetischen Forschung 10.2.4 Psychosen im Kindes- und Jugendalter 10.3 Pädiater 10.3.1 Einführung 10.3.2 Pädiater als heilpädagogische und psychische Ärzte 10.3.3 Nervöse und hysterische Störungen im Kindesalter 10.3.4 Psychischer Hospitalismus als Ursache der Säuglingssterblichkeit und von Entwicklungsstörungen 10.3.5 Psychasthenische und neuropathische Kinder 10.4 Philosophen, Pädagogen und Psychologen 10.4.1 Pädagogen als Heilpädagogen 10.4.2 Sonder- und Heilerziehung behinderter oder gestörter Kinder 10.4.3 Psychologen als Diagnostiker und Therapeuten 11. Pioniere und Begründer der Entwicklungspsychiatrie 11.1 Einführung 11.2 Psychiater als Gründungsväter 12. Auf dem Weg zur Wissenschaft 12.1 Einleitung 12.2 Pioniere einer Psychopathologie des Kindes- und Jugendalters 13. Neue therapeutische Verfahren 19. und 20. Jahrhundert 13.1 Einleitung 13.2 Psychotherapie durch Hypnose 13.3 Psychoanalyse und Tiefenpsychologie 13.3.1 Psychodynamische Verfahren für Kinder und Jugendliche 13.4 Verhaltenstherapie 13.4.1 Kognitive Verhaltenstherapie 13.4.2 Verhaltenstherapeutische Verfahren für Kinder und Jugendliche 13.5 Andere psychotherapeutisch wirksame Verfahren 13.6 Psychopharmakotherapie 13.6.1 Zur Vorgeschichte psychotroper Substanzen 13.6.2 Psychotrope Arzneimittel für Kinder und Jugendliche 13.6.3 Das hyperkinetische Kind im 19. und 20. Jahrhundert 14. Kinder- und Jugendpsychiatrie im 20. Jahrhundert 20. Jahrhundert 14.1 Einleitung 14.2 Kinder- und Jugendpsychiatrie in Europa 14.3 Kinder- und Jugendpsychiatrie in den USA 14.4 Kinder und Jugendliche im Nationalsozialismus 14.4.1 Kinder und Jugendliche in der "Hitler-Jugend" 14.4.2 Die T-4 Aktion ("Kindereuthanasie") 14.5 Neubeginn nach dem Zweiten Weltkrieg 14.5.1 Wegweisende Kinder- und Jugendpsychiater 14.5.2 Ambulanzen, Polikliniken, Erziehungsberatungsstellen 14.5.3 Stationen, Abteilungen, Kliniken 14.5.4 Das Fachgebiet Kinder- und Jugendpsychiatrie 14.5.5 Alte und neue Klassifikationen 15. Ausblick und Rückblick Literaturverzeichnis Personenregister Sachregister Abbildungsnachweis
Herausgeber/-in
Autorenporträt
Gerhardt Nissen, Dr. med., Professor und emeritierter Direktor der ersten bayerischen Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Würzburg. Arzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie, für Psychiatrie und Neurologie, für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Psychoanalyse. Mitbegründer der Deutschen Gesellschaft für Geschichte der Nervenheilkunde und Gründer des Psychotherapeutischen Kollegs in Würzburg.
Leserkritik
Sie wurden toleriert, gepflegt, verhätschelt und geliebt oder vernachlässigt, mißhandelt, ausgesetzt oder umgebracht.

Dies ist weltweit die erste chronologische Darstellung psychischer Störungen bei Kindern und Jugendlichen von der Antike bis in die Gegenwart. Zugleich ist es eine Kulturgeschichte, in der sich die Ängste und Hoffnungen der Gesellschaften in den verschiedenen Epochen widerspiegeln.

Publikation
Deutschland
01.04.2005
Sprache
Deutsch
Format
Hardcover
575 Seiten
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