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Archäologie im Kontext deutsch-polnischer Beziehungsgeschichte
Forschungsstrukturen und Deutungsdiskurse der niederschlesischen Burgwallforschung im 20. Jahrhundert. Forschungen zur Geschichte und Kultur des östli
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Beschreibung
Die Burgwallforschung in Niederschlesien erzählt mehr als nur die Geschichte vor- und frühgeschichtlicher Befestigungen - sie spiegelt ein Jahrhundert politischer Umbrüche, nationaler Konflikte und wissenschaftlicher Antagonismen. Die Studie untersucht archäologische Infrastrukturen und Deutungsdiskurse in einer lange Zeit umstrittenen Grenzregion und zeigt, wie das Ausgraben und Forschen in den deutsch-polnischen Beziehungen des 20. Jahrhunderts verhaftet war. Anhand der institutionellen Entwicklungen, der prägenden Akteure und zentralen Forschungsprogramme wird die Entfaltung der Burgwallarchäologie von ihren systematischen Anfängen bis 1970 nachvollzogen. Darauf aufbauend, legt die Analyse der Deutungen von Wallanlagen diskursive Muster frei, in denen Ansprüche auf die konfliktbeladene Grenze stets widerhallten. Sie offenbaren, wie eng archäologische Deutungen und nationale Geschichtspolitik verflochten waren - vom Postulat germanischer Kontinuität und Überlegenheit in der Zwischenkriegszeit bis zur slawisch-polnischen Rückeroberungserzählung nach 1945. So wird die Burgwallarchäologie zu einem Spiegel der deutsch-polnischen Beziehungsgeschichte - und zugleich zu einem Fallbeispiel für die Bedingtheit historischer Erkenntnis. Ein Buch über Archäologie, Politik und die Verantwortlichkeit wissenschaftlicher Forschung im Spannungsfeld nationaler Narrative.
Spezifikationen
Sprache
- Deutsch
Autor
- Karin Reichenbach
- Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa (GWZO)
Erscheinungsjahr
- 2025
Format
- Buch (Hardcover)
Anzahl Seiten
- 432
