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Beschreibung
Sind die lasziven Jünglinge der Renaissance-Kunst Ausdruck einer schwulen Subkultur. Sind bärtige Frauen an europäischen Höfen widerständige Figuren, die sich gegen Genderbinarismen auflehnen. Ist das Spiel mit Maskeraden und Moden ein Beleg für ein fluides Geschlechterverständnis. Können fantasievolle Formenerfindungen in Architektur und Ornament Zeugnisse queerer Ästhetiken in der Vormoderne sein. Die Autorinnen des Tagungsbandes stellen sich diesen und vielen weiteren Fragen, um zu erörtern, inwiefern ‚Queerness‘ ein produktiver Beobachtungsbegriff für die Kunstgeschichte der Frühen Neuzeit sein kann. Kunst eröffnet von jeher einen Möglichkeitsraum, in dem sich Ambiguitäten und Fluiditäten entfalten können - durchaus unabhängig von tatsächlichen soziopolitischen Gegebenheiten. Doch geben Kunstwerke immer auch Hinweise auf die komplexen zeitspezifischen Vorstellungen von Geschlechtlichkeit. Die hier präsentierten Positionen und Analysen versuchen diesen Pendelschlag zwischen ästhetischer Autonomie und sozialgeschichtlichem Aussagegehalt fruchtbar zu machen, um ein anderes Bild der Vormoderne zu zeichnen: Offenbar war die Kunst der Frühen Neuzeit nicht nur von ungleichheitsgenerierenden Normsetzungen und von ausschließlich binären und hierarchischen Geschlechtsvorstellungen geprägt.
Spezifikationen
Sprache
- Deutsch
Autor
- Hendrik Ziegler
- Peter Bell
- Meinrad von Engelberg
- Doris Guth
- Marianne Koos
- Cornelia Logemann
- Martin Pozsgai
- Elisabeth Priedl
- Änne Söll
- Catarina Zimmermann-Homeyer
- Ekaterini Kepetzis
- Kerstin Brandes
- Lisa Hecht
- Margit Kopp
- Justus Lange
- Barbara Paul
- Maurice Saß
Thema
- Kunst: Geschichte
- Gender: Gruppen
- Europäische Geschichte: Europäische Geschichte
- Kulturgeschichte: Kulturgeschichte
Kollektion
- Studien zur Kunst
Auflage
- 1
Erscheinungsjahr
- 2023
Erscheinungsland
- Deutschland
Format
- Buch (Hardcover)
Anzahl Seiten
- 320
